Der aus Nottingham stammende Singer-Songwriter Joel Baker hatte am 21. Juli 2018 seinen zweiten Auftritt in der Schweiz. Da wir ihn bereits bei seinem ersten Gig live gesehen haben, lag es auf der Hand ein Interview mit ihm vor seinem Blue Balls Konzert zu führen.

English below

Joel, das ist dein zweites Konzert in der Schweiz. Was denkst du über das Schweizer Publikum?

Ich liebe das Schweizer Publikum! Mein absolutes Lieblingspublikum, es gibt keinen besseren Ort auf der Welt als hier zu spielen (lacht). Nein ernsthaft, es ist schön wieder zurück zu sein. Mein Auftritt am AndermattLive im letzten Jahr war verrückt und schön, es war mein erster Besuch in der Schweiz. Ich freute mich daher sehr wieder zurückzukommen. Ich muss einfach mal für längere Zeit hier bleiben (lacht). Aber es ist schön wieder in den Bergen zu sein.

Was machst du, wenn du nicht gerade ein Interview gibst oder ein Konzert hast?

Ich treffe meine Freunde, spiele Fussball. Oder ich schaue Fussball, nicht gleichzeitig, ich würde, wenn ich das könnte (lacht). Ausserdem besuche ich gerne meine Familie. Ich bin Onkel, mein Bruder hat einen kleinen Sohn, was echt das Beste ist.

Welche Emotionen sind der Auslöser für dein Songwriting?

Sicherlich Traurigkeit, Herzschmerz und auch Einsamkeit. Natürlich spielen auch die guten Zeiten eine Rolle. Ich habe auch Liebeslieder geschrieben. In allem würde ich jedoch sagen, dass es vor allem diese Magie ist, unabhängig ob der Auslöser traurig oder freudig ist. Und ich hoffe, dass es bei den Hörern auch so ankommt. Auf alle Fälle nicht normal und langweilig.

Und welcher Song hat diese Magie?

What’s The Song Without Someone Wants to Singing To. Ich spiele ihn an fast jedem Konzert. Er hat was sentimentales und ich liebe es ihn zu singen. Er ist noch nicht veröffentlicht, wird jedoch auf meinem kommenden Album sein. Einer der schon erhältlich ist und mir ebenfalls gut gefällt heisst CMWIF. Jedoch werde ich kommenden Freitag (27. Juli 2018) einen neuen Song veröffentlichen, welcher definitiv mein neuer Favorit sein wird.

Was hat sich in der Zeit zwischen deinem ersten Release Long Sleeves und der aktuellen EP The Dreamers am meisten geändert?

Die Produktion hinter beiden Releases hat sich stark geändert. In der Zeit als Long Sleeves entstand hörte ich sehr viel Ben Howard. In dieser Zeit war das die Musik schlechthin, Indie und Folk. Ich versuchte es zu kopieren. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass ich nicht wirklich in die Londoner Folk Szene reinpasste. Und ehrlich gesagt bin ich auch nie der folkige Typ gewesen. Ich komme aus der Rap Ecke. Ich fühlte, dass ich nicht ganz ehrlich zu mir selbst war. Darum habe ich bei The Dreamers diese beiden Seiten, so gut wie möglich, zusammengefügt.

Du hast auf The Dreamers auch einige Features die im Rap Bereich unterwegs sind. Wie kam das Zustande?

Mahalia kenne ich schon sehr lange, sie ist eine gute Freundin von mir. Die anderen habe ich getroffen und daraus entstand eine Zusammenarbeit. Wie Sneakbo, er ist ein bekannter Rapper aus London. RK, ebenfalls Rapper, aus Birmingham ist noch neu und frisch in der Szene. Ein weiterer Künstler ist Abra Cadabra aus London, er ist richtig fett.

Wirst du in Zukunft nun ebenfalls vermehrt rappen?

(Lacht). Ich hatte bisher noch nicht so oft gerappt. Aber nein, werde ich nicht. Ich höre schon so lange Rap Musik, dass ich mittlerweile ein Gefühl für die Verses und den Flow entwickelt habe. Ich versuche in meinen Songs zu Reimen und das sie sich insgesamt fliessender anhören. Eine grosse Inspirationsquelle dafür ist Chance the Rapper. Ich möchte einfach nicht noch so ein weisser Junge mit Gitarre sein, der Singer-Songwriter Musik spielt.

Was für ein Gefühl hast du wenn du auf der Bühne stehst?

Ich liebe es einfach. Ein guter Job in dem Fall, nicht wahr (lacht)?

Das stimmt. Doch bist du nie nervös während einer Show? 

Es gibt verschiedene Faktoren die nervös machen können. Wie zum Beispiel wer das Konzert besucht. Im letzten Jahr habe ich einen Plattenvertrag unterzeichnet, doch bis zu diesem Zeitpunkt vergingen einige Jahre. Ich war immer nervös und versuchte das Publikum zu beeindrucken, da ich wusste, es können Label Leute im Publikum sein. Mittlerweile spielt das keine Rolle mehr. Ich versuche einfach in eine Zone zu gelangen, wo ich wirklich was fühle. Das passiert durch die Art wie ich spiele, wie ich singe, wie es sich anhört. Danach hoffe ich einfach, dass die Zuschauer das ebenfalls fühlen.

Dann bist du vor heute Abend nicht aufgeregt?

Nein, nicht wirklich (wie er sich wirklich fühlte kann man im Review nachlesen). Aber wer weiss, vielleicht ändert es sich noch.

Welche Shows bevorzugst du? Klein und intim oder doch lieber grosse Konzerte?

Ich mag beides. Einige Veranstaltungsorte schaffen sogar beides zu kombinieren. Ein bisschen wie heute. Es ist ein grosses Festival aber du bist den Leuten dennoch nahe. Ausserdem liebe ich es in Theatern zu spielen. Du fühlst dich dem Publikum wirklich sehr nah, und trotzdem musst du nicht auf ein gutes Lautsprechersystem verzichten. Es macht einfach so viel mehr Spass, wenn deine Stimme und deine Gitarre sich gut anhören. Was ich nicht mag ist vor quasselndem Publikum zuspielen. Wenn es so laut ist, dass es sich anfühlt als ob ich für mich selbst spiele, macht es nicht wirklich Spass. Sollte es dennoch so sein, versuche ich mich nicht aufzuregen und das beste daraus zu ziehen.

Wenn dein Leben eine Playlist wäre, wie würde sie heissen und welche Songs sind darin enthalten?

Sie würde All My Broken Dreams heissen. Ich bin keine traurige Person, ich behaupte jedoch, dass das Leben bittersüss ist. Es kann wundervoll sein und in der gleichen Zeit auch herzzereissend. Darum würde ich Songs von folgenden Künstlern hinzufügen:

Jeff Buckley
Blink182
Good Charlotte
Ray LaMontagne
Led Zepplein
Jimmy Hendrix
Kayne West
Chance the Rapper
J. Cole
Drake
Frank Ocean
Boby Dylan
Bub fista twain
Rolling Stones
Sam Cook

 

English

 

This is your second Gig in Switzerland, what are you thinking about the Swiss audience?

Well, yea (laughs). I love the Swiss audience. My favorite of all the audiences, there’s nowhere else I would rather play in the world (laughs). No honestly, it’s cool to be back. I had such a good time last year at AndermattLive, it was mad and my first time in Switzerland. So I was really looking forward to coming back. I just need to spend more proper time here. But it’s nice back to be in the mountains.

What are you doing when you’re not having an interview or performing live?

Hang out with my friends, playing a lot of football, either playing it or watching it, but not at the same time – but I would if I could (laughs). Hanging out with my family. My brother has a little kid so I’m an uncle, which is the best thing ever.

What kind of emotions are the trigger for your songwriting?

Some of the sadness, some of the heartbreak, loneliness. And of course the good times as well. I got a few love songs. Everything with a bit of magic, both, bad and good. And that’s how I hope it comes across. Not normal and boring.

And if you had to choose a song which has this magic?

What’s The Song Without Someone Wants to Singing to. I perform it on almost every show. It’s not out yet, it will be on the album and I just love singing it and the sentimental of the song. And one which is out already is CMWIF but I will releasing a new song next Friday (27. July 2018), which will be my new favorite one.

When u look back to your first release Long Sleeves and your recent EP The Dreamers, what has changed the most during this time?

I’ve got a lot of changes in the productions wise between this both releases. At the time when I was making Long Sleeves, I was listening a lot of Ben Howard. That was the time when that music was popping off. Indie, Folk. I was based to just to copy it. But I always felt like I didn’t‘ really fit in the Folk scene in London. I’m not really that folky. I really like Rap music. So I was felt I want been fully truth to myself. So I tried to merge the two as best as I can.

You have some features on The Dreamers. How did this come about?

Mahalia a really good friend of mine, knowing her for ages. The others I just met and then we’ve collaborated. Like Sneakbo, he’s a huge rapper in London. RK he’s a rapper from Birmingham, very new and fresh on the scene. Another one Abra Cadabra in London he’s massive.

Will you be rapping more in the future then?

(Laughs) I haven’t been doing rapping so much. But no. I have listened to so much Rap, that I feel like a lot more verses, I kind of have a flow to it. I try to rhyme and make it more flowy. A big influence of mine is Chance the Rapper. So it doesn’t sounds like normal Singer-Songwriter, another white boy with a guitar.

How’s the feeling whilst you’re on stage?

I really really love it. It’s a good job then, right?

True. But you’re never nervous at all?

It all depends on the sound and the pressure of the show. Who is coming to watch it. Last year I signed a deal. But for ages I didn’t have a deal, labels were coming and I was so scary and I was trying to impress people. Now I don’t really care. I just try to get into a zone where I can feel something, through what I play, what it sounds, and what I say. And then you just hope that the audience will feel it too.

So even not nervous before tonight?

I’m not really nervous (hint, check the review how he has felt). But that may change.

What kind of shows do you prefer to play? Small & intimate or big?

I do like both. Some venues do manage to get both. A little bit like today. It’s a big place but you feel close to the people. I kinda love to play at theatre sort of venues. You feel really close to everybody. And it’s a great pleasure to play with a big speaker system. Your voice and guitar just sounds bigger, it’s so enjoyable. I just don’t like to play in a really loud room. Like everybody is yapping around – of course you should enjoy the evening and chat with your friends. But if it’s too loud, it just feels like I’m playing to myself, that’s particular not that enjoyable. But if it’s like that I don’t get rid of it and still try to have a good time of it.

If your life were a playlist, what would it be called & what songs would be featured in?

All My Broken Dreams. I’m not a sad person, but I like to say life is bittersweet. It can be beautiful and horrible at the same time. The playlist would contain songs from:

Jeff Buckley
Blink182
Good Charlotte
Ray LaMontagne
Led Zepplein
Jimmy Hendrix
Kayne West
Chance the Rapper
J. Cole
Drake
Frank Ocean
Boby Dylan
Rolling Stones
Sam Cook