Yello sind für die Schweizer Musikszene ähnlich herausragend wie Roger Federer im Sport. Im Gegensatz zu Federer vermieden sie Live-Auftritte. Schön das es nun doch noch geklappt hat! Bei ihrem Heimspiel am 30. November 2017 im Hallenstadion, brachten sie eine 3D Klangshow mit.

Vor dem Hallenstadion wurden die letzten Yello-Tickets für 20 Franken verkauft. Schade für meinen Mitbewohner, der im Vorverkauf 75 Franken bezahlt hatte. Nach diesem Dämpfer stärkten wir uns mit einem Bier und gingen die Rampe in Richtung Stehplätze hoch. Dort wurde ich von einem „Dienst nach Vorschrift“ Menschen zurückgeschickt weil ich ein Sitzplatzticket bekommen hatte. Zum Glück tauschten die freundlichen und etwas flexibleren Angestellten am Ticketschalter das Ticket um. Die Show war nicht ausverkauft.

Dieter Meier freute sich im Stadion Musik zu machen, wo er früher an den ZSC Spielen mitgefiebert hatte. Das Lampenfieber, für das eher Boris bekannt ist, schien auch bei Dieter nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. So interpretierte ich zumindest seinen Fauxpas, das der FCZ im Hallenstadion spiele.

Kaum hatte das Konzert begonnen war ich froh um meinen Stehplatz. Die 3D Klänge, welche uns aus den Boxen von allen Seite beschallten, passten gut zur elektronischen Musik. Für mich waren nicht nur die Hits wie Oh Yeah, The Race oder Limbo den Konzertbesuch wert. Mehr noch die mit der Frauenstimme von Malia untermalten Songs The Rhythm Divine, Starlight Scene und Vicious Games. Auch grossartig war die chinesische Performerin Fifi Rong. Der Tanz und Gesang der Wahl-Londonerin bei Kiss The Cloud brachte einen Hauch Asien ins Stadion.

Boris und die Yellofier App

Nach achtundreissig Jahren und Tausenden von Klängen Erfahrung, gab Boris Blank preis, dass sein Lieblingsklang der Donner ist. Der Soundtüftler hat mich besonders durch seine Goa-Trance ähnlichen Soundteppiche wie bei The Time Tunnel positiv überrascht. Das Schlagzeug und die Perkussion waren bei diesem Song natürlich live eingespielt.

Boris gab Dieter und dem grösstenteils männlichen Publikum bei der ersten Zugabe eine Lektion in Sachen Technik. Beim Song Bostich nutze er seine Yellofier App, um den Beat mit seiner Stimme einzuspielen. Das Publikum hingegen war erstaunlich zurückhaltend in Sachen Smartphone, ausser bei den Hits, da packten sie es aus der Hosentasche.

Die fünf BläserInnen konnten vor allem bei The Race auftrumpfen. Das Electro-Pop Duo hatte für seine Tour gute MusikerInnen um sich geschart. Der Gitarrist hatte eher eine Statistenrolle à la Harry Klein. Die drei Background Sängerinnen waren, wie es der Name schon sagt, im Background. Auch sie machten einen soliden Job.

Hoffentlich war das nicht die letzte Yello Show in der Schweiz. Ich würde wieder kommen und dafür sogar auf Dieters Fleisch und Wein verzichten und Boris in der Sauna seine Ruhe gönnen.

Yello - Ein Heimspiel
7.7Gesamtpunktzahl
Bandauftritt9
Soundqualität9
Athmosphäre6.5
Publikum7
Organisation 7