Stürmische Zeiten waren am Mittwoch, 28. März 2018 im Volkshaus, Zürich angesagt. Mit In Hearts Wake, Whitechapel, August Burns Red und Heaven Shall Burn wartet eine geballte Ladung Metalcore als Osterüberraschung auf die Fans.

In Hearts Wake

Die australische Truppe aus Byron Bay bringe ich vom Hörensagen zwar mit Metalcore in Verbindung, habe sie jedoch bis anhin noch nie live erlebt. Dementsprechend positiv überrascht bin ich von deren Sänger und seinen tiefen Growls – ein wahrhaftiges Stimmorgan! Ob das wohl an der hitzigen Sonne in Down Under liegt? Weniger sagt mir allerdings das Stimmchen seines Mitstreiters zu, welches mich leider eher an den einen oder anderen Stimmbruch von den männlichen Kollegen aus früheren Jahren erinnert. Sunnyboy Jake Taylor growlt derweil weiterhin munter durch die Show und ich entdecke dabei all die Untiefen seiner Bassstimme. Als Zückerchen gibt es dann noch eine Ein-Mann-Bootstour mit Jake auf dem Gummiboot durch die Zuschauermenge – next level Stagediving.

Setlist:
Overthrow
Healer
Breakaway
Departure (Death)
Warcry
Earthwalker
Refuge

Whitechapel

Die guten Herren von Whitechapel sind mir noch vom Festival Summer Breeze 2017 ein Begriff und ich freue mich bereits auf das Revival im geschlossenen Raum. Ihre Stilrichtung nennt sich eher Deathcore, da hier eindeutig die stimmlichen Höhen in den Songs fehlen – gefällt mir abermals besser. Die Stimme von Phil Bozeman könnte tontechnisch gerne etwas lauter sein, wirklich verstehen tue ich textmässig aber sowieso nur wenig. Ich muss gestehen, dass mir die US-Amerikaner (unser Insidername: „Witchtable“) auf der Festivalbühne besser gefallen haben. Dennoch werde ich der Band nur schon wegen den grossartigen Growls hoffentlich bald wieder die Ehre erweisen.

Setlist:
I, Dementia
Faces
Elitist Ones
Let Me Burn
Mark Of The Blade
Intermission (Rise)
Our Endless War
The Saw Is The Law
This Is Exile

August Burns Red

So einige Zuschauer laufen heute Abend mit den Bandshirts von August Burns Red umher und auch ich muss mich hier dazu zählen – mein Shirt habe ich allerdings schon vor längerer Zeit an einer Show im Komplex 457 ergattert. Leider kann ich nicht einmal allzu viele Worte über den Auftritt von Jake Luhrs & Co. niederschreiben, da er keine bleibende Erinnerung bei mir hinterlassen hat. Eine sehr solide Show mit guten Elementen und vielen mitfeiernden Zuschauern – aber halt nicht mehr. Vielleicht hat mich zum Vergleich mit den anderen Bands auch einfach die Musik dieses Mal nicht so wahnsinnig mitgerissen beziehungsweise die (Growl-)Stimme nicht mitten ins Herz getroffen.

Setlist:
King Of Sorrow
Empire
The Frost
Spirit Breaker
Ghosts
Invisible Enemy
Dangerous
Composure
Float
White Washed

Heaven Shall Burn

Mit der Tour „The Final March“ zelebriert die deutsche Metalcore-Band ihr ü20-jähriges Dasein. Was ursprünglich mit einer exklusiven Club-Tour startete, resultiert nun im achten Album Wanderer. Marcus mit seinem unverwechselbaren Thüringer-Dialekt und seinem roten Hemd strotzt nur so vor Selbstbewusstsein, seine Bühnenerfahrung ist ihm anzumerken. Die fünf Jungs aus Deutschland werden sich anscheinend für längere Zeit zurückziehen und wollen aus diesem Grund den Zürcher Himmel nochmals so richtig brennen sehen!

Mit Klassikern wie Black Tears oder Hunters Will Be Hunted schrauben HSB die Erwartungen schon ziemlich hoch und steigern die Spannung des energiegeladenen Publikums kontinuierlich im Minutentakt. Einer der bekanntesten Songs, Endzeit, versetzt dann der Meute schon fast den „Todesstoss“ und auch bei Valhalla gibt es punkto Mitsingen definitiv kein Halten mehr.

Setlist:
Intro
Downshifter
Bring The War Home
The Weapon They Fear
Land Of The Upright Ones
Counterweight
Black Tears
Corium
The Final March
Passage Of The Crane
Profane Believers
Combat
Voice Of The Voiceless
Hunters Will Be Hunted

Intermission (Awoken)
Endzeit
Valhalla

Das war ein heftiger Aufmarsch. Vier Bands aus dem Core-Bereich präsentierten an diesem Mittwochabend was in ihnen steckt. Das gute alte Volkshaus in Zürich zeigte sich dabei einmal mehr von seiner Sonnenseite und beherbergte das Publikum mit kühlen Drinks, freundlichem Sicherheitspersonal und einer guten Lichtshow.

Leider müssen wir uns beim Headliner nun wohl auf eine längere Durststrecke einstellen – ich hoffe jedoch, dass sich das Warten auf das Comeback dann umso mehr lohnt!

Der letzte Widerstand
8.6Gesamtpunktzahl
Bandauftritte8
Soundqualität8
Atmosphäre9
Publikum9
Organisation9