Schweiss, Schreie und Shawn Mendes

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Shawn Mendes kenne ich durch sein Label, bei dem ich früher gearbeitet habe. Das permanente anhören seiner Alben hinterliess Spuren. Am 14. Mai 2017 wagte ich es, ihn live im Hallenstadion zusehen.

Shawn Mendes ist ein Künstler den ich mir sonst nie angehört hätte. Durch den Job bedingt musste ich mir seine Singles und Alben immer wieder anhören. Irgendwann war ich so weit, dass ich ihn gut fand und mitsummte. Eins muss man dem bald neunzehnjährigen Kanadier lassen, er hat Talent!

Als ich die Halle betrat sah ich, wie im Voraus bereits angenommen, lauter junge Mädchen. Gebannt schauten sie zur Bühne. Bei der kleinsten Bewegung ging der Kreischalarm los. Fast hysterisch wirkten einige. Die neuntausend gestuhlten Plätze waren restlos ausverkauft.

Achtung, fertig, Schreien!

Kurz nach 20 Uhr wurde Shawn Mendes unter tobendem Geschrei mit der aktuellen Single There’s Nothing Holdin‘ Me Back empfangen. Wow! So was hab ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt. Mit Gitarre ausgerüstet liess er bei der kleinsten Regung die Mädchenherzen schneller Schlagen. Zwischendurch musste ich mir meine Ohren zuhalten, das Gekreische war omnipräsent.

Shawn Mendes wirkte sympathisch und locker. Immer wieder forderte er das Publikum auf, eine intime Atmosphäre zu schaffen. Die Mädchen gaben alles, schalteten die Taschenlampen bei ihren Handys an und sangen lauthals jeden einzelnen Song mit.

Wechselndes Ambiente

Nach knapp fünfundvierzig Minuten wechselte Shawn Mendes die Location. Die Fans umrundeten sofort die B Stage in der Mitte der Halle. Der Singer-Songwriter spielte auf dem Klavier den Song von Ed Sheeran Castle on The Hill, natürlich sang das Publikum auch hier lauthals mit. Kurz darauf wechselte er in den Song Life of the Party. Und da kam sie auf, ganz flüchtig und für einen kurzen Moment. Die intime Atmosphäre. Für einen Hauch konnte ich die Teenager um mich herum ausblenden und mich vollkommen auf den Song einlassen. Leider war die Situation nur von kurzer Dauer. Shawn Mendes stand wieder auf der Hauptbühne.

Immer wieder drängte sich der Geruch von Schweiss in meine Nase. Nein nicht ein wenig, sondern richtig hardcore. Doch ich erinnere mich wieder, als Teenie schwitzt man mehr und was dazu kommt, die Girls sind derart aufgeregt ihrem Idol so nah zu sein, da kann die eine oder andere Schweissperle schon austreten.

Den ehemaligen YouTube Star hätte ich sehr gerne mal in einer kleiner Bar gesehen. Seine ausverkaufte Illuminate World Tour ist sicherlich für viele Fans ein Highlight. Für mich wurde es nichtsdestotrotz zu viel und so verliess ich die Halle nach etwas mehr als einer Stunde. Draussen drängte sich eine Szenerie auf, die zum Schmunzeln einlud. Die Eltern warteten geduldig auf den Bänken, bis ihre Töchter ihren Star kreischend und weinend verabschiedeten.

Schweiss, Schreie und Shawn Mendes
7.7Gesamtpunktzahl
Künstlerauftritt8.5
Soundqualität10
Atmosphäre5
Publikum5
Organisation10