Wie kommt es, dass wir nichts davon mitbekamen? Weil die Tessiner Make Plain seit kurzem über den Gotthard klettern und die restliche Schweiz einnehmen. Sorry Mumdorf & Sons, ihr könnt einpacken!

Make Plain, warum kommt ihr erst jetzt zu uns in die Deutschschweiz?

In den letzten Jahren haben wir unermüdlich im Tessin gespielt und waren erfolgreich dabei. Jetzt spüren wir, dass es Zeit geworden ist, unsere Musik ausserhalb des Heimatkantons bekannt zu machen – es ist nicht immer einfach, ein unterschiedliches Publikum, mit einer anderen Sprache für sich zu begeistern. Gleichzeitig sehen wir ein, dass die Deutschschweiz eine unverzichtbare Bühne ist, um den Name Make Plain so berühmt wie möglich zu machen. Wir sind sehr motiviert und konnten bereits erste positive Feedbacks von unseren Konzerten über dem Gotthard sammeln.

Wie seid ihr auf das Genre Alt-Folk gestossen? Was gefällt euch besonders daran?

Folk ist für uns eine Art Etikette. Es ist der einfachste Weg den Leuten bereits vor dem Konzert mitzuteilen, was sie von uns erwarten können. Unsere Musik ist nichts neues – wir versuchen jedoch mit der Originalität unserer Lieder, bestehend aus zwei Gitarren, zusammen mit unseren Stimmen und einer Base-Drum, den Sound von Make Plain zum Leben zu erwachen.

Ihr erinnert stark an die alten Mumford & Sons, was haltet ihr von diesem Vergleich?

Mumford & Sons’ Musik finden wir sehr gut, vor allem als sie noch am Anfang ihrer Karriere standen. Wir werden oft mit ihnen verglichen und nehmen dieses Kompliment mit einem Lächeln gerne an. Wir hören sehr viel Musik, von Jazz zu den italienischen „Cantautori“ und ab und zu mal Rap. Es wurde bereits so viel Musik geschrieben, dass gewisse Übereinstimmungen normal geworden sind und finden das auch gut so.

Wie seid ihr darauf kommen, einen Song für den Eurovision Song Contest zu schreiben?

Das war gleichzeitig ein Test und eine Herausforderung, welche uns möglicherweise einige Chancen ausserhalb der Schweiz hätte bringen können. Das Resultat zeigte sich dann etwas bescheiden, wir sind trotzdem glücklich mit dem Experiment.

Wenn ich Leute aus dem Tessin treffe bin ich automatisch neugierig. Wie sind die Reaktionen bei euren Gigs in der restlichen Schweiz?

Bis anhin sind wir sehr zufrieden, das Publikum ist meistens vielfältig und sehr warm zu uns. Wir sehen oft Leute die sich gehen lassen und zur Musik tanzen – das macht uns sehr glücklich.

Welcher Gig ist euch besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Die Erfahrung am Gurtenfestival war unbeschreiblich schön, zusammen mit unserer mini Tournee in London und Irland das beste, was wir mit Make Plain erreichen konnten.

Was sind eure Pläne?

Vieles ausprobieren, neue Lieder schreiben und so oft es geht aufzutreten. Die Philosophie ist klar: wir wollen uns verbessern indem wir uns immer wieder testen.

Wie lernt man eigentlich Mundharmonika?

Die Mundharmonika ist ein fantastisches Instrument! Das Spezielle hierbei ist, dass sie eine grosse Ausdruckskraft hat auch wenn es eines der einfachen Instrumente ist. Wir konnten dank der Mundharmonika einige Stücke unseres zweiten Albums mit dem grossen Sugar Blue featuern.

Wieso soll ein Zuschauer genau an euer Konzert kommen? Was macht euch aus?

Unsere grösste Stärke ist das Abholen aller Altersklassen. An unseren Konzerten können die Besucher tanzen, zuhören, relaxen oder sich gar inspirieren lassen. Sicherlich ist es speziell wie wir unsere Show gestalten, mit dem einbinden der verschiedenen Instrumenten.

Wenn ihr eure Musik mit einem Gericht vergleichen würdet, welches wäre es?

Ein gutes Plättli mit Brot und einem Glas Wein.