Scheiss drauf, let’s get loud! Wie Tom Grennan am 17. Dezember 2017 im Papiersaal das Schweizer Publikum überraschte und Schweissausbrüche hierbei nicht fehlen durften.

Das Datum für Tom Grennan’s erstes Konzert gefällt mir gut, der 17.12.17, kann man sich auch in zwanzig Jahren noch merken, wenn er auf den grossen Bühnen der Welt zu den alten Hasen gezählt wird und wir uns alle an damals erinnern werden, damals als er sein erstes Schweizer Konzert gab.

So, genug über die Zukunft sinniert! Am Sonntag öffnete der Papiersaal in Zürich seine Tore für den britischen Sänger Tom Grennan. Ich war gespannt, da ich den Januar 2017 mit seinem Song Something in the Water startete. Vor ihm durfte ein Teil der Zürcher Indie-Folk Band von JOSH schon mal vorwärmen. Wobei das mit der Wärme sich später noch als verzwickt darstellen wird.

Kurz nach 21 Uhr wurde das Licht gedimmt und 54 46 Was My Number von Toots & the Maytals brummte aus den Lautsprechern nur um kurz darauf wieder zu verstummen – Tom Grennan stürmte mit seiner Band die Bühne. Statt eines kurzen Hallo’s oder einem ruhigeren Song anzufangen, pfefferten sie gleich meinen Lieblingssong des Sommers raus  – Found What I’ve Been Looking For. Wow dachte ich mir, der ist mal parat! Obwohl JOSH kurz davor noch warnten, dass er leicht verkatert sei aber extrem heiss auf den Gig ist. Dem kann ich nach impulsiven drei Minuten nur zustimmen.

Voller Inbrunst

Das nach diesem steilen Start eine leichte Pause folgte war klar. Doch auch bei ruhigeren Songs wie I Might, Something in the Water oder Old Songs, welcher mit dem Publikum gesungen wurde, wusste Grennan zu überzeugen. Dazwischen schäkerte der Zweiundzwanzigjährige mit dem Schweizer Publikum. „Nachdem ich den Tag davor in München hart abstürzte, muss ich die gute Luft von Zürich einatmen, fuck, keine Ahnung was ich da gerade spreche“. Lachend stimmte er in den nächsten Song ein. Bei Lucky Ones hatte er mich nochmals richtig in seinen Bann gezogen. Schon unglaublich welch eine Präsenz Tom Grennan an den Tag legt, auch mit verschränkten Armen hinter dem Rücken. Mit seinem bordeauxfarbenen Fred Perry Shirt, der schwarzen Stoffhose, welche er mit einem ebenso schwarzen Gürtel in der Taille befestigte, den Goldketten und den Tassel Loafers wirkte er hemmungslos sympathisch und sang sich voller Inbrunst in die Herzen der Zuschauer.

Kurz vor Schluss, rief er dem mehrheitlich weiblichen Publikum „ihr habt hier eine Regelung für die Lautstärke, scheiss drauf! Let’s get loud“ zu. Seinen Auftritt schloss Tom Grennan ebenso fulminant ab wie er begonnen hat, dieses Mal mit Royal Highness. Zwischenzeitlich bemerkte ich, dass der Papiersaal doch arg heiss war, was sicherlich nicht an den Heizungstemperaturen lag. Nach dem intensiven Ende meinte er kurzerhand, er kommt runter ins Publikum. Direkt vor mir performte er dann akustisch und zusammen mit dem Publikum Patience.

Darum liebe ich Tourabschluss Konzerte immer – die Künstler sind voller Endorphine und freuen sich noch ein letztes Mal vor Publikum zu spielen. Meistens geschieht, wie bei Tom Grennan auch, etwas unerwartetes.

Was man definitiv erwarten darf, ist sein Debüt Album Lighting Matches, welches am 09. März 2018 erscheinen wird. Was der quirlige Sänger nebenbei immer wieder erwähnte, er sei nicht das letzte Mal in der Schweiz und werde garantiert nochmals kommen. Gut. Ich nämlich auch.

Wenn das Jahr endet, wie es begonnen hat
9Gesamtpunktzahl
Künstlerauftritt9.5
Soundqualität9
Atmosphäre9
Publikum8.5
Organisation9