Am nasskalten 26. November 2018, machte ich mich auf den Weg in das Zürcher Dynamo um The Glitch Mob zu sehen und mich der Frage zu stellen, ob es sich lohnt neue Musik kennenzulernen. Montags tanzen oder doch lieber Bachelor reinziehen…?

Punkt 20 Uhr begann slugabed mit seiner Performance. Ich bin mir gewohnt, dass die Vorband 30 – 45 Minuten spielt und das Publikum etwas anheizt. Seine Performance erinnerte mich eher an komische Dancefloors, an komischen Partys, welche an komischen Orten Ende der 90er Jahre stattfanden. Das empfand ich nicht als Musik für einen Montagabend. Ausser du bist seit Samstag unterwegs und noch nie zu Hause gewesen. Dann hätte es perfekt gepasst.

Ich weiss nicht wie man diesen Stil genau benennt und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass sich das Publikum stark mitreissen liess. Ebenfalls spielte er eine ganze Stunde, was für mich deutlich zu lange war.

Kurz nach 21 Uhr startete dann The Glitch Mob. Ich kannte die Band vor diesem Auftritt nur aus ein paar YouTube Videos und liess mich überraschen. Die drei Künstler bedienten ihre Drumcomputer auf der Bühne. Was für mich fehlte, waren die „realen“ Akteure. Die Stimme kam ab Band, physische Instrumente stehen nicht auf der Bühne. Ich zweifle nicht, dass die Künstler ihre elektronischen Kästchen im Griff haben wie kein zweiter, für mich fehlen bei solchen Auftritten dann doch die Emotionen, die ich nur sehe, wenn ich auch Stimmen höre und Instrumente gespielt werden.

Was ich genial fand, waren die vier LED Bildschirme hinter der Band, welche live zusammengeschnitten wurden. Bilder von einigen Go-Pros, die im Saal verteilt waren, wurden mit Animationen gemischt, was zu einer eindrücklichen Show führte.

Das Publikum schien meine Bedenken zu dieser Art von Musik nicht zu teilen und so stieg die Stimmung langsam an. Ich hatte jedoch erst bei den Zugaben das Gefühl, dass die Stimmung richtig am Kochen war. Die Zugaben begannen mit dem Seven Nation Army Remix von The Glitch Mob. Da kann man nicht anders als mitsingen. Für einen Montagabend war die Stimmung ganz ok.

Das Soundsystem war richtig fett eingestellt. Je nach Standort im Saal brummte der Bass so richtig in der Bauchgegend, so wie es sich für elektronische Musik gehört.

Fazit 1: Getanzt wurde nicht allzu viel. Der Abend war auf jeden Fall aber massiv viel besser als Trash TV.

Fazit 2: Das Konzept von Live-Performance von solcher Musik bleibt mir verborgen, ich hab’s zumindest versucht.

Darf man an einem Montag überhaupt tanzen?
8.2Gesamtpunktzahl
Bandauftritt8
Soundqualität10
Atmosphäre8
Stimmung7
Organisation8.1