An einem sommerlichen Donnerstagnachmittag treffe ich Patrizia “Paz” Demont von Mainland Music. Was es alles braucht, um eine Promo und das Ticketing bei einem Konzertveranstalter zu schmeissen und welche Tücken im Alltag auftauchen, erzählte sie uns in lockerer Atmosphäre bei einem Eistee.

Das vierzehnköpfige Team, wovon fünf Inhaber sind, vermittelt Mainland Music jährlich ca. sechshundert Shows, von diesen sie etwa zweihundert selbst veranstalten.

Wie bist du zur Musikbranche gekommen?

Da kam ich mehr per Zufall via das Abart rein. Zuerst arbeitete ich dort an der Bar, wurde dann Barchefin, um danach während drei Monate in der Marketing und Event Abteilung auszuhelfen. Christian Gremelmayr war damals Teil der Abart-Leitung. Uns wurde angeboten bei Mainland anzufangen, was ich dankend annahm.

Was machst du genau bei Mainland?

Ich leite die Promo und Ticketing Abteilung und bin für die grösseren Projekte verantwortlich. Sprich: ich koordiniere die Tickets bei Starticket, die komplette Kommunikation mit den Locations, dem Bandmanagement und den Medien.

Was für Charakterzüge braucht es für diesen Job?

Es ist sicherlich nichts für Leute, die einen 8 to 5 Job suchen. Viel Flexibilität wird vorausgesetzt, da es immer mal drunter und drüber gehen kann. Ich kann Musik nicht einfach als “Job” sehen, es ist so viel mehr dabei. Und natürlich sollte man ein gewisses Organisationstalent mitbringen.

Gibt es Situationen bei der Arbeit, die dich ärgern?

Immer wieder faszinierend und unerklärlich ist es, wenn die Bands ihr Pressematerial nicht beisammen haben (lacht). Dass der Live Bereich mittlerweile die grösste Einnahmequelle für MusikerInnen ist, spüren wir ebenfalls. Der Druck ist viel höher geworden, teilweise gibt es Managements, die im fünfzehn Minuten Takt über die Ticketverkäufe informiert werden wollen. Doch das passiert vor allem bei grossen Bands, da es hier noch andere Strukturen gibt.

Was begeistert dich besonders bei Mainland?

Sicherlich das Team – es ist ein sehr kollegialer Umgang miteinander und wir haben eine flache Hierarchie. Oder die verschiedenen Shows, wie beispielsweise bei unserem ersten Hallenstadion Konzert mit Macklemore. Dann stehst du hinten bei den Stehplätzen und siehst, wie sich 13’000 Leute freuen. Das gibt Gänsehaut und man weiss wofür man die Arbeit gemacht hat.

Welchen Rat kannst du Menschen geben, die ebenfalls bei einem Konzertveranstalter beruflich Fuss fassen wollen?

Die meisten sind Quereinsteiger, da man das nicht im klassischen Sinn lernen kann. Sicherlich ist es zwingend notwendig, Interesse an der Musik zu haben. Sich bereits im Voraus zu engagieren, wie zum Beispiel als Stagehand, in einem Club an Konzerten oder auch bei einem Blog kann nicht verkehrt sein. Viele kommen auch durch ein Praktikum, zB. bei einem Label, das erste Mal in Berührung mit der Musikwelt.