Der 17. April 2018 versprach legendär zu werden. Mit einer mehrstündigen Show von Machine Head im Z7 in Pratteln war die grosse Fete vorprogrammiert. Ob es tatsächlich eine Abrissparty gab…?

Machine Head.

Diesen Namen muss man erstmals wirken lassen.

Im besagten Musikgenre ist die Band tatsächlich ein eigener Begriff, der nicht viel zusätzliche Erklärung braucht. Die Trash-Metalband aus Oakland USA wurde bereits im Jahr 1991 gegründet und hat in der Zwischenzeit rund neun Studioalben veröffentlicht und mehrere Millionen Tonträger verkauft.

Am 24. November 1994 war Machine Head mitunter die erste Metalband (als Special Guest von Slayer), die die Bühne des Z7 in Pratteln rockten. Und wie es der Zufall so will, ist es heute genau das 2500. Konzert im Z7 – unglaublich, aber wahr. Ich habe die US-Truppe zum letzten Mal am Novarock 2012 in Nickelsdorf (AUT) erleben dürfen, bei den anderen raren Auftritten dazwischen war ich leider abwesend. Nun steht dieses Jahr die Welttournee des neuen Albums Catharsis (2018) an.

Es ist keine Vorgruppe geplant, nichts. Drei Stunden Machine “fucking” Head pur. Ich kann es mir noch gar nicht so recht vorstellen – ob die Herren tatsächlich so lange durchspielen mögen?

Pünktlich um 20 Uhr höre ich draussen beim Anstehen bereits die ersten harten Riffs aus dem Z7 ertönen. Umso mehr wundert es mich, dass noch eine ganze Menge Leute draussen rumstehen, wollen die nicht reingehen? Als ich dann schliesslich an der Reihe bin, wird mir sogleich bewusst wieso: Im Innenraum des ausverkauften Z7 stehen die Fans bis zum Eingang und mir schlägt eine geballte Ladung Hitze gemischt mit bekannten Melodien entgegen. Puh! Ich kämpfe mich also durch das Gewühl bis zum gewünschten Säulenplatz rechts neben der Bühne. Hier habe ich wenigstens ein bisschen mehr Platz für meine Wenigkeit, eine gute Sicht auf die Bühne und sogar eine altbekannte Bar mit kühlen Drinks in unmittelbarer Nähe. Währenddessen spielt die Band in hohem Tempo munter weiter und die Mähnen der Zuschauer schwingen schon wild im Takt mit.

Natürlich werden so einige Songs der neusten Scheibe Catharsis wiedergegeben, aber auch ältere Schätze lassen die Herren Robert Flynn, Phil Demmel, Jared MacEachern und Dave McClain nicht ausser Acht. Sie bringen pausenlos einen Knüller nach dem anderen und hauen ihre durchdringenden Bässe nur so ins Publikum. Locust und Darkness Within des Albums Unto The Locust (2011) oder Davidian von Silberling Burn My Eyes (1994). Es fühlt sich schon fast wie ein Machine Head Frontalangriff par excellence an! Aber solche Angriffe kann ich durchaus gut verkraften.

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit – im positiven Sinne gemeint – stehen dann die letzten Songs, wie Blood For Blood oder Halo (Album The Blackening, 2007) an. Das Publikum klatscht, feiert, johlt, singt und hüpft fleissig mit, Unmengen an Circle Pits inklusive. Dann ist es soweit, die letzten Schlagzeugklänge und Riffs erklingen und verstummen schliesslich in tosendem Applaus. Die Jungs verabschieden sich von der Bühne. Das Licht wird langsam heller in der Location.

Was war das denn?! Ich kann das Konzert noch immer nicht ganz einordnen, Machine Head hat ordentlich auf den Putz gehauen und die Stimmung im Publikum war grandios!

Es bleibt mir somit nicht allzu viel zum Schreiben, so ein Konzert muss man einfach erleben!

Setlist vom 17.04.2018
Diary Of A Madman
Imperium
Volatile
Now We Die
Beautiful Mourning
The Blood, The Sweat, The Tears
Kaleidoscope
Clenching The Fists Of Dissent
Guitar Solo
Darkness Within
Catharsis
From This Day
Ten Ton Hammer
Is There Anybody Out There?
Locust
Triple Beam
Drum Solo
Bulldozer
Killers & Kings
Davidian

Behind A Mask
Heavy Lies The Crown
Aesthetics Of Hate
Game Over
Blood For Blood
Halo

Der „Maschinengrind“
9.2Gesamtpunktzahl
Bandauftritt9
Soundqualität8
Atmosphäre9.5
Publikum 10
Organisation9.5