Am 20. Juli 2017 war es soweit! Bereits zum vierten Mal wird Katie Melua am Live at Sunset in Zürich auftreten. Wird sie den Erwartungen gerecht und kann sie das Publikum nochmals begeistern und mit ihrem neuen Songs überzeugen?

Es ist Donnerstag und es ist ein sehr regnerischer Donnerstag. Ich erflehe mir den ganzen Tag besseres Wetter – immerhin ist es trocken, als ich zur Dolder-Bergbahn aussteige und die restliche Distanz zum Live at Sunset zurücklege. Dort folgt die grosse Überraschung: ich kriege einen Sitzplatz im „Schärme“. Hurra! An dieser Stelle nochmal vielen Dank an den Veranstalter. Pünktlich um 20.30 Uhr tritt Katie Melua samt ihrer kleinen Band auf die Bühne.

Regenponchos und viel Herzlichkeit

Sanft beleuchtet im goldenen Kleid und mit Gitarre in der Hand steht Melua auf der Bühne und performt. Sie wirkt dabei sehr zart und elfenhaft. Spätestens mit ihrem Song The Closest Thing To Crazy ist die Menge verzaubert. Dann passiert jedoch das Unausweichliche: Es beginnt zu regnen und zwar in einem sintflutartigen Ausmass. Katie unterbricht sogar ihre Songansage und gibt dem Publikum Zeit, damit sie die Regenponchos anziehen können. Und bedankt sich anschliessend dafür, dass noch immer ihre Fans vor der Bühne im Regen stehen. Sie spielt zwei ihrer rockigeren Songs, damit den Konzertbesuchern wieder etwas wärmer wird. Und es funktioniert. Trotz Regen ist die Stimmung toll und die Regenponchos hüpfen nur so vor der Bühne.

Standing Ovations für Melua

Nach einer Stunde Spielzeit ist Pause. Ich bin verwirrt. Eine Pause? An einem Konzert? Wenigstens hat es aufgehört zu regnen… Nach zwanzig Minuten geht’s dann aber weiter. Zwischendurch erzählt Melua eine Anekdote von ihrem Aufenthalt in Zürich, bei dem ihr Lichttechniker in den Zürichsee fiel und von Zürchern gerettet wurde. Dann folgt ihr wohl berühmtester Song Nine Million Bicycles und alle sind begeistert. Als Katie nach ihrem letzten Song die Bühne verlässt, pfeift und trampelt die Menge mit den Füssen und fordert lautstark eine Zugabe. Einige erheben sich sogar von ihren Plätzen und geben ihr Standing Ovations. Soviel Beifall braucht ein grandioses Finale. So beschliesst Diamonds are Forever den Abend mit Katie Melua.

Katie Melua hat es geschafft einen ganz eigenen und deshalb sehr speziellen Abend für ihre Fans zu kreieren. Sie verzaubert vor allem mit langsamen und sehr gefühlvollen Songs, die mit wenig Musik begleitet werden und deshalb ihre Stimme umso besser zur Geltung kommen lassen. Aber vor allem hat sie an diesem Abend eine sehr menschliche Seite von sich gezeigt. Sollte Katie Melua ein fünftes Mal am Live at Sunset auftreten, werde ich mit Sicherheit wieder dabei sein.

Live at Rainfall
9.1Gesamtpunktzahl
Band Auftritt9.4
Sound Qualität9.4
Atmosphäre9.2
Publikum8.4
Organisation9
0