Das Openair Bounce Bounce wird seit Beginn im Sommer 2010 von Jugendlichen und jungen Erwachsenen organisiert. Am Samstag, 16. Juni 2018 fand das mittlerweile etablierte Openair im Schindlergut Park zum neuten Mal statt und hat bei weitem nicht nur jugendliche Gäste.

Beim funkigen Einstieg ins Openair mit Flomore wird bereits mitgewippt. Auch wenn die Gäste vor der Bühne anfangs noch nicht ganz so zahlreich vorhanden sind, tanzt bis zum letzten Song doch ein beachtliches Publikum mit. Die sechsköpfige Truppe aus dem Quartier verspricht schon viel für einen fröhlichen Tanzabend. Dass dieses Jahr die Dekorierung des Geländes etwas alternativer ausgefallen ist, hat nur positiven Einfluss auf die Stimmung.

Von der zweiten Band Liquid Sunshine höre ich leider nicht so viel, da ich mit Aufräumen des SpielWerk und der Bewegungsbaustelle, dem Kinderprogramm am Nachmittag, beschäftigt bin. Aus der Ferne hört sich der Soundmix aus Blues, Funk und Rock mit Jazzeinflüssen ganz gut an.

Als Überraschungsgast konnte das ca. fünfzehn-köpfige OK Elijah mit akustischer Gitarre und seinen Reggae-Beats gewinnen. Nicht nur musikalisch überzeugt der sympathische Zürcher, sondern auch durch seine politischen Aussagen. Gut, wenn bereits die Jugend weiss, dass Waffenexporte nur zu noch mehr Krieg und Menschen auf der Flucht führen – einige Erwachsene werden es nicht mehr begreifen. Ganz im Sinne der Philosophie des Reggae propagiert Elijah Liebe anstelle von Krieg.

Babylonische Sprachverwirrung?

Also Hauptband traten Šuma Čovjek auf. Ihr im März 2018 erschienenes Album No Man’s Land sagt schon viel über die Band aus. Man hört viele Sprachen wie Kroatisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Roma und Spanisch auf der Bühne und kann die Musiker keinem bestimmten Land zuordnen – wie auch? Alle auf der Bühne sind Schweizer mit Migrationshintergrund; einige Bandmitglieder sprechen bis zu fünf Sprachen. Es ist nicht erstaunlich, dass die Musik durch die unterschiedlichen Sprachen sehr vielseitig klingt. Die Instrumente orientieren sich mehrheitlich an Balkan-Pop-Beats, auch wenn zwischendurch auch Polka, Brass, World oder gar Jazz herauszuhören waren. Die sehr optimistische Musik ist zur Freude des Publikums überaus tanzbar. Es finden sich sicher bis zu 300 Gäste im schönen Schindlergut Park zum intergenerativen Event ein.
Am Stand der Suchtpräventionsstelle kann sich der geübte Biertrinker im Raten von Biersorten beweisen. Dabei gilt es vier lokale Biersorten, wovon eines ohne Alkohol ist, voneinander zu unterscheiden. Natürlich schenkt die Präventionsstelle das Bier in sehr kleinen Portionen aus. Ich habe nur einmal richtig getippt. Natürlich nur, weil keines der vier Sorten zu meinen Favoriten gehörte.

Dazu darf eine gute Mahlzeit natürlich nicht fehlen. Am angolanischen Essensstand werden Bohnen und Reis in heimischer Zubereitung angeboten. Auch wenn das Auge nicht mitessen kann, ist es durchaus köstlich und reicht für den restlichen Abend aus. Während die jüngeren Gäste noch zu den DJs von The Symbols bis Mitternacht tanzen, machen wir uns auf um weitere Musik in der Stadt zu entdecken. Das Bounce Bounce gibt eben gute Laune und macht Lust auf noch mehr Musik.

Bounce Bounce für alle Generationen
7.9Gesamtpunktzahl
Line-Up8
Soundqualität7
Atmosphäre8.5
Organisation8
Deko & Location8
Leser Bewertung 3 Stimmen
5.0