Das Bounce Bounce ist das einzige Openair in Zürich, das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen organisiert wird. Es fand am Samstag 24. Juni 2017, bei schönstem Sommerwetter im idyllischen Schigupark oberhalb des oberen Lettens statt.

Trotz der Konkurrenz des Openair Wipkingen fanden sich auch bei der achten Ausgabe des Bounce Bounce etwa achthundert Besuchende ein. Vom Kleinkind bis zur Oma waren alle Generationen vertreten. Das OK beschloss in diesem Jahr auch etwas für Familien anzubieten. So wurde ich, als Quartierarbeiter des Gemeinschaftszentrums Schindlergut angefragt, ob ich mit dem SpielWerk und der Bewegungsbaustelle am Fest mitmachen würde. Natürlich mache ich das gerne und bespielte die Wiese bereits am Nachmittag.

Pünktlich um 17.15 Uhr betrat Jan Solo die Bühne. Er begeisterte mit Blues-Gesang, Lap Steel Gitarre, Perkussion und Mundharmonika vorwiegend die älteren Semester. Der Vater des jungen Mädchens, welche mir als Freiwillige beim Spielprogramm mithalf, zeigte dies mit einem Jaulen. Wie das so ist, war ihr das natürlich voll peinlich.

Lauter wurde es mit der zweiten Band Killjoy, bestehend aus drei Rocker-Jungs. Mit gut abgestimmten Instrumenten und Gesang werden sie zukünftig sicher auch auf der Bookinglist grösserer Openairs zu lesen sein. Bis dahin können sie an der Qualität der Songs noch arbeiten.

Das Publikum vollends in ihren Bann zu bringen gelang erst dem Combo Ruff x Arthi x Jears so richtig. Zu Hip-Hop Beats rappten die Jungs gekonnt ihre Reime. Ihre Jugendjahre sind auch noch nicht so lange her. Einige Reime verkniffen sie sich, weil sie meinen, die Jüngsten im Publikum vor solchen Wörtern schützen zu müssen. Diese dankten es ihnen, indem sie die Bühne stürmten und dort zu den Beats mittanzen. Ein sympathischer Akt der drei Sprechsänger.

Tozim „The Zimbabwebird“ Madzima gab dem Abend den krönenden Abschluss. Die Rhythmen aus Zimbabwe, kombiniert mit dem angolanischen Essen, gaben zeitweilig ein afrikanisches Flair in den Park. Mit seinen Texten brachte Tozim das Publikum zum Schmunzeln. Zumindest wenn diese in Englisch dargeboten wurden und nicht in seiner Muttersprache Schona.

Bounce Bounce

© Philipp Heger

Auch während dem Bühnenumbau wurde den Gästen etwas geboten. Der DJ und Live Performer KesiaArt trug die gehobene Stimmung durch die Pausen und initiierte auch noch einen Poetry Slam.

Wo Jugendliche etwas organisieren sind die Sozialtätigen nicht weit weg

Die Suchtprävention war mit einem Informationsstand vor Ort. Aus meiner Erfahrung, als Teilnehmer am gesellschaftlichen Leben, eher wegen den Erwachsenen als wegen den Jugendlichen.

Das Team der offenen Jugendarbeit OJA unterstützte die Jugendlichen wo dies erforderlich war. Während der Musikdarbietungen konnten sie sich etwas zurücklehnen. Erst wenn das ganze Gelände bis am Morgen wieder abgeräumt sein muss, kommen sie wieder zum Einsatz.

Die Bands wurden von den Jugendlichen angekündigt und auch die Bar schmissen die Jugendlichen in Eigenregie. Selbstgebackenen Kuchen verkauften sie am Stand daneben. An einer Graffitiwand konnten sich die Gäste beim Sprayen üben. Insgesamt sechzehn Jugendliche vom OK, mit Hilfe von zusätzlich etwa fünfundzwanzig Jugendlichen, mit gelben Staff-Shirts standen im Einsatz.

Kompliment an die Jugendlichen für die Organisation eines so schönen Openairs, welches den Vergleich mit den Grossen nicht zu scheuen braucht.

Ein Hoch auf die Jugend
8.4Gesamtpunktzahl
Bands / Künster Auftritte7.5
Sound Qualität7.5
Athmosphäre9
Publikum9
Organisation9
Deko / Location8.5
Line Up8