„The Machine“ und seine Band spielten am 07. Dezember 2017 im Dynamo. Innert kürzester Zeit erreichten sie die Oberliga der Metal-Core-Szene. Doch wie sind sie live? Können Any Given Day den Keller zum Beben bringen?

Der Kellerraum im Dynamo ist gut gefühlt. Aber doch gibt es für jeden noch Platz, um sich zu bewegen und mit dem Kopf zu bangen. Alle halten ein Getränk in der Hand. Check. Es kann losgehen. Punkt 21 Uhr geht das Licht aus und I’m Blue von Eiffel 65 ertönt. Etwas irritiert singe ich mit meinen Nachbarn mit. Dann stürzen To the Rats and Wolves auf die Bühne. Bis auf den Bassisten sehen alle sehr brav und nach Collegeband aus. Doch mit den ersten Klängen und Riffs wird mir klar, dass sie ihr Handwerk verstehen. Mit einer Mischung aus Metalcore und elektronischer Trancemusik ziehen sie bald alle in ihren Bann. Die Band strahlt im Allgemeinen eine unglaubliche Energie aus.

Bassist unter uns

Die Band spielt nicht nur, sondern sie interagiert auch mit dem Publikum. Der Bassist verbrachte die meiste Zeit spielend im Moshpit unten bei den Konzertbesuchern und pogte mit. Immer wieder wurden wir aufgefordert mitzusingen und zu pogen. Nach drei Wall of Deaths, bei denen sich  niemand drücken konnte, verabschieden sie sich. Es war eine unglaublich intensive halbe Stunde und mein Körper will mehr von dieser Energie und den schnellen Beats. Mein absolutes Highlight an diesem Abend und ich frage mich, wie Any Given Day das jetzt toppen will.

Pogen, schreien und Walls of Death

Wieder verdunkelt sich der Saal und es ertönt Thunderstruck von AC/DC. Das ist wohl total in im Moment. Vor dem Auftritt die Stimmung mit bekannten Liedern aufzuheizen. Auch dieses Lied wird mir zu lange gespielt und ich verliere das Interesse. Bin jedoch wieder schlagartig wach, als Any Given Day auf die Bühne kommt. Die Bühne scheint zu klein für die Band. Bereits ohne Sänger ist sie ausgefüllt. Und dann kommt er: The Machine. Er füllt den Raum aus und verdammt – der Mann ist echt eine Maschine!

Die Präsenz und die Energie der Band lässt echt keinen kalt. Never Say Die – wir sollen alle mitsingen und bis in die letzten Reihen schreit das Publikum. Für eine Stunde sind alle wie in Trance. Sie pogen, schreien, die Köpfe und langen Haare wirbeln beständig. Nach gefühlten zehn weiteren Wall of Deaths bin ich erschöpft und um zahlreiche blaue Flecken reicher. Müde stelle ich mich an den Rand und sehe zu, wie sich der Saal langsam leert, obwohl Any Given Day noch immer spielt. Nach drei weiteren Liedern kann ich auch nicht mehr. Die Stimmung war weg und ich mache mich auf den Heimweg.

Die beiden Bands aus Gelsenkirchen haben mich wirklich geflasht. Mit Ruhrpott-Charme – ehrlich, hart und heftig – haben sie alle in Bann gezogen. Nur leider war der Schluss in die Länge gezogen. Musikalisch war es top! Mein persönliches Highlight ist die Band To the Rats and Wolves. Denn es war mehr als nur Musik hören: Es waren fast zwei Stunden voller Emotionen, Adrenalin und der Körper konnte unmöglich stillstehen. Zum Schluss noch ein Kompliment an die Location. Der Keller ist baulich genial für Metal-Konzerte und durch seine eher kleine Grösse kriegt man die Konzerte volle Breitseite rein. Genial!

Von Ratten und Wölfen gibt's alles im Dynamo
9Gesamtpunktzahl
Bandauftritt8.4
Soundqualität9.7
Atmosphäre8.7
Publikum10
Organisation8.2