Der fünfundsechzigjährige Alpha Blondie hat sein Charisma nicht verloren, für das er seit 1981 auf den Konzertbühnen der Welt bekannt ist. Am Dienstag, 13. November 2018 begeistert er das Publikum im Volkshaus Zürich mit seinen Musikern von The Solar System.

Um dem Multikulti-Anlass noch einen drauf zu setzen, besuchte ich das Alpha Blondy Konzert mit einem indischstämmigen Kölner. Er sagte ich dürfe das erwähnen. Das Publikum war interkulturell und sprachlich sehr spannend durchmischt. Das dürfte Alpha Blondy alias Seydou Koné gefallen haben und mir auch.

Als wir im Volkshaus Saal ankamen, betrat er soeben die Bühne um gleich den Knüller Jerusalem als Einstieg zu servieren. Er trägt eine Art Robe in rot ergänzt mit einem weissen Kopftuch. Das Publikum war schnell von den Reggae Beats gefesselt und die Freude war in den Gesichtern ablesbar. Ich selbst war noch nicht angekommen, meine gedämpfte Stimmung konnte ich noch nicht abschütteln, das sollte noch etwas dauern.

Mit dem Publikum sprach der multilinguale Künstler französisch. Alpha Blondy steht für eine friedliche Welt ein. Der Ursprung der Religion war friedlich, so erklärt er dem Publikum, dass Mohamed kein Terrorist war und Gott selbst auch nicht und unterstreicht das gesagte mit dem Song Crime Spirituel.

Songs die die Stimmungen erhellen

Die Setlist des Konzertes war ganz nach dem Geschmack des Publikums. Nebst den genannten Klassikern hörten wir Cocody Rock, Multipartisme, Masada und Sweet Fanta Diallo um nur einige meiner Lieblingssongs aufzuzählen. Als dann noch das Pink Floyd Cover Wish You Were Here erklang war meine Stimmung vollends gekippt und ich schwelgte glücklich mit. Während diesem Song war sogar die Bar im Eingang verwaist.
Nachdem wir das ausgenutzt hatten, wechselten wir auf die rechte Seite des Lokals. Ich stand noch nie auf der rechten Seite im Volkshaus – eine Premiere. Ausser dem Blickwinkel waren auch die Gerüche etwas anders, welche mich an eine jamaikanische Bar erinnerten. Auch Alpha Blondie machte einen Wechsel durch. Er ersetzte sein Kopftuch durch eine Baseball Mütze. Vielleicht wollte er so seine Vielseitigkeit unterstreichen.

Bei der Verabschiedung des Publikums waren selbst die etwas gelangweilt dreinblickenden Bläser sehr persönlich. Alle winkten sie dem Publikum vom aus Bühnenrand zu, was von der anderen Seite erwidert wurde. Das Solar System, bestehend aus den beiden Bläsern, Schlagzeug, zwei rockigen Gitarristen, Bassisten, Keyboarder und drei fabelhaften Backgroundsängerinnen hatte, zusammen mit ihrem Frontmann, meine getrübte Stimmung an diesem Abend ins Gegenteil verzaubert.

Wie in Babylon
8.8Gesamtpunktzahl
Bandauftritt9
Soundqualität8
Atmosphäre8.5
Publikum9
Organisation9.5